Was bringt werteorientierte Führung?

Was bedeutet Werteorientierte Führung? Welche Vorteile bringt diese Form der Führung? Hat sie Nachteile? Was haben Werte mit Führungsaufgaben zu tun? Diese Fragen beantwortet der Beitrag „was bringt werteorientierte Führung“.

Was ist werteorientierte Führung?

Werteorientierte Führung ist nicht zu verwechseln mit wertorientierter Führung. Bei wertorientierter Führung gehe es um das Finanzielle, um Materielles, wie das Gabler Wirtschaftslexikon ausführt. Werteorientierte Führung sei an „qualitativen Werten wie z.B. moralisch-kulturellen, gesellschaftlichen oder anderen nicht-finanziellen Werten“ ausgerichtet.

Werteorientierte Führung ist eine Ausrichtung der Führung an erstrebenswerten Eigenschaften, Fähigkeiten, Kompetenzen und Verhaltensweisen. In diesem Sinne gebrauche ich die Bezeichnung „werteorientierte Führung“ in dem vorliegenden Artikel.

Welche Vorteile bietet wertorientierte Führung?

Werteorientierte Führung bietet in Zeiten, in denen Fachkräfte händeringend gesucht werden, DIE Chance, auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu werden. Werte sind implizit, größtenteils im Unterbewusstsein versteckt. Sie werden in Unternehmen und Teams derzeit noch selten reflektiert und artikuliert. Doch wird es, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, werteorientierter Führung ergehen wie dem Thema Wertschätzung. Als ich 2011 damit begonnen habe, das Thema Wertschätzung Führungskräften nahe zu bringen, bin ich häufig auf Unverständnis gestoßen. Heute ist das Bekenntnis zu Wertschätzung aus den Firmenleitlinien nicht mehr wegzudenken.

Wenn Du Dich heute mit werteorientierter Führung befasst und diese als Kompass für Dein Handeln wählst, wirst Du einen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt erlangen. Die Wirkung der werteorientierten Führung wird Dir zugutekommen. Wenn Dein größter Engpass etwa die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter:innen ist, wirst Du leichter

  • Passende Mitarbeiter:innen finden
  • Wunsch-Mitarbeiter:innen halten
  • Ein Leistungsfähiges Team bekommen und erhalten
  • attraktiver Arbeitgeber
  • Wettbewerbsvorteile

Gerade letzte Woche sagte mir wieder ein Kunde, mit dem ich seit einigen Monaten arbeite:
Das gibt es doch gar nicht. Seit Monaten ist die Stelle unbesetzt, auf einmal haben wir gleich drei qualifizierte Bewerber. Ich hätte das nicht mehr für möglich gehalten.

Wünschst Du Dir das auch? Würdest Du gerne aus qualifizierten Bewerbungen die Wunsch-Mitarbeiter:in aussuchen können, um dann auch noch eine Zusage von ihr bekommen?

Wenn Du gleich loslegen möchtest – hier geht es zu dem Impuls-Seminar „werteorientierte Führung“.

Hat werteorientierte Führung Nachteile?

Bisher konnte ich noch keine spezifischen Nachteile der werteorientierten Führung entdecken. Gleichwohl sind diejenigen, die sich werteorientierter Führung verpflichten, mit Herausforderungen konfrontiert, die Veränderungsprozesse mit sich bringen. Es kann zu einer Herausforderung werden, die eigene Komfortzone – oder Gewohnheitszone, wie ich sie treffender nenne – zu verlassen. Begibst Du Dich als Führungskraft in einen Veränderungsprozess, dann ist es wie beim Sport.

Wer wieder mit Sport anfangen möchte, dem flüstern häufig innere Widerstände ins Ohr: Auf der Couch ist es viel, viel gemütlicher. Am Ende ist es das aber nicht. Am Abend ärgern sich jene mit guten Vorsätzen, dass sie sie nicht umgesetzt haben. Und diejenigen, die sich aufgerafft haben, die ihre Muskeln trainiert haben und sich immer fitter fühlen, berichten von Zufriedenheit und von Stolz, dass sie es geschafft haben. Eine Kundin sagte mir jüngst, „ich bin glücklich, wenn ich Sport gemacht habe“. Ähnlich wird es Dir mit werteorientierter Führung ergehen. „Aller Anfang ist schwer“, heißt es im Volksmund. Ich zeige Dir, wie es einfacher wird, diese neuen „Muskeln“ zu trainieren.
Deine Mitarbeiter:innen werden es zu schätzen wissen.

Die Bezugspunkte

Es gibt vier Bezugspunkte der werteorientierten Führung

1. Das Unternehmen
2. Die Führungskraft
3. Die Mitarbeiter:innen
4. Die Dienstleister:innen und Kund:innen

Rainer Krumm, der werteorientierte Führung mit dem Ansatz der neun Level (spiral dynamics) verbindet, bezieht die Tätigkeiten mit ein und fragt nach der Art der Arbeit sowie nach dem Charakter, den die Tätigkeit besitze oder erfordere (Krumm, Werteorientierte Führung).
Friedemann Schulz von Thun hat das Wertequadrat aufgestellt, um die Übersteigerung eines Wertes zu begrenzen und das Erstrebenswerte einer Eigenschaft zu bewahren.

In meinem Verständnis richtet sich werteorientierte Führung sowohl persönlich als auch betrieblich nach innen wie nach außen. Die Rahmenwerte habe ich gesetzt. Unter ihrem Dach können sich unternehmensspezifische Werte entwickeln.
Aus der Perspektive der Führungskraft bedeutet „nach innen“ die Klärung der eigenen Werte, des Unternehmens sowie der Mitarbeiter:innen, „nach außen“ bezieht sich auf die Kund:innen und Dienstleister:innen. Weshalb es sinnvoll ist, sich mit passenden Zielgruppen zu befassen, kannst Du in meinem Artikel nachlesen.

Derlei Klärungen sind, wie es so schön heißt, ein weites Feld oder, um ein anderes Bild zu bemühen, ein Monster-Eisberg des Unterbewussten unter der Wasseroberfläche des Bewusstseins.

Bruchteil des Eisbergs als bewusste Wahrnehmung über der Wasserlinie, der Rest darunter

Werteorientierte Führung wie ich sie hier vorstelle, ist aus der Praxis heraus entstanden. Ich habe ich vier Werte identifiziert, die als übergeordnete Werte Bestand haben. Diese allgemeinen Werte habe ich mit Führungsaufgaben und -kompetenzen verknüpft. Diese Verknüpfung macht meinen Ansatz der werteorientierten Führung im Arbeitsalltag so wertvoll. Wenn Führungskräfte vor Problemen stehen, bietet ihnen diese Form der werteorientierten Führung Anhaltspunkte, wie sie die Probleme lösen können.

Vier allgemeine Werte

Die vier übergeordneten Werte sind

1. Klarheit
2. Fairness
3. Wertschätzung
4. Orientierung.

Was einfach klingen mag, hat doch Fallstricke. Werte sind Bewertungen, Einschätzungen, Interpretationen. Interpretationen sind insofern trügerisch als sie sich in dem eigenen Kopf abspielen und zu internaler Wahrheit werden. Menschen neigen dazu, diese internale Wahrheit irrtümlicherweise als objektive Wahrheit aufzufassen, was zu Unverständnis und Konflikten führt. Um die Bedeutung von Klarheit, Fairness, Wertschätzung und Orientierung transparenter zu machen, so dass Führungskraft und Mitarbeiter:innen ein gemeinsames Verständnis von diesen Begriffen haben, habe ich die diese vier Werte mit jeweils zwei zentralen Führungsaufgaben oder Führungskompetenzen verknüpft. Dies ist das Grundverständnis der werteorientierten Führung. Auf dieser Basis können die Werte unternehmens- oder institutionspezifisch weiterentwickelt werden.

Feld von Werten Klarheit, Fairness, Wertschätzung und Orientierung begrenzt

Die volle Verantwortung übernehmen

Den letzten Schubs für diese Verknüpfung haben mir Jocko Willink und Leif Battin mit ihren Büchern „extreme ownership“ und „führen und folgen“ gegeben.

In dreierlei Hinsicht gibt es wesentliche Unterschiede.

a. Die Autoren haben ihre Führungsprinzipien in einem militärisch-kriegerischen Kontext entwickelt, während ich mich in einem zivilen Umfeld bewege.
b. Die Autoren sagen: „Es gibt keine schlechten Teams, nur schlechte Führungskräfte“, als systemischer Coach gehe ich von Ursache und (Wechsel-)Wirkung aus, nicht von reiner Ursache von Wirkung.
c. Jocko Willink folgen Millionen Menschen – mir ungleich weniger.

Doch in anderen, wesentlichen Aspekten gibt es Parallelen:
Führungskräfte übernehmen die volle Verantwortung für ihr Handeln in ihrem Umfeld – andernfalls werden sie sich abkämpfen, mit ihren Mitarbeiter:innen ringen , unzufrieden sein oder an ihren Führungsstärken zweifeln. Die volle Verantwortung zu übernehmen, das erfordert zunächst Mut, dann wirkt es wie ein Befreiungsschlag. Mitarbeiter:innen lernen schnell, es zu schätzen, wenn Führungskräfte die volle Verantwortung übernehmen, und stehen ihrerseits mehr und mehr für das eigene Tun ein.

Werte, Führungsaufgaben und -kompetenzen

Die vier Rahmenwerte verbinde ich mit den folgenden zentralen Führungsaufgaben oder -kompetenzen

Mindmap werteorientierte Führung

1. Klarheit
a. einfach
b. lösungsorientiert

2. Fairness
a. Prioritäten setzen
b. Prioritäten kommunizieren

3. Wertschätzung
a. Stärkenorientiertes Delegieren
b. Kompetenzaufbau

4. Orientierung
a. Vision, Mission und Ziele
b. die volle Verantwortung

Die vier Rahmenwerte bilden einen Kreislauf. Wenn Vision, Mission und Ziele in regelmäßigen Abständen überprüft werden, verändern sich möglicherweise die Prioritäten und die zu delegierenden Aufgaben.

Fragst Du Dich, wie Du es konkret umsetzen kannst?
Das Impuls-Seminar „werteorientierte Führung“ unterstützt Dich, werteorientierte Führung in dem Arbeitsalltag einzuführen.
Ab Oktober 2022 ist das Video-Training „stärkenorientiertes Delegieren“ käuflich zu erwerben.

Lösungen für Probleme

Stehen Führungskräfte vor einem Berg von Aufgaben, der bewältigt werden s,oll, rutschen Führungsaufgaben aus dem Blickfeld.

Werteorientierte Führung gibt Führungskräfte Anhaltspunkte, wo sie ansetzen können, wenn sich Probleme ergeben. Hier seien exemplarisch Beispiele genannt:

  • Mitarbeiter:innen haben etwas nicht verstanden oder empfinden ihre Führungskraft als umständlich -> einfacher formulieren, die Podcast-Folge „Wie Feedback geben einfacher wird“ findest Du hier.
  • Mitarbeiter:innen beschweren sich wiederholt über die gleichen Sachverhalte -> Fokus auf die Lösungen richten, anstatt auf die Probleme
  • Wenn Mitarbeiter:innen keine Zeit haben –> Prioritäten klären, Prioritäten kommunizieren und dabei sicherstellen, dass die Mitarbeiter:in die Prioritäten wirklich verstanden haben
  • Wenn die Leistungen oder das Verhalten der Mitarbeiter:innen nicht zufriedenstellend ist -> stärkenorientiertes Delegieren, Kompetenz aufbauen
  • Wenn Mitarbeiter:innen keinen Sinn in ihren Tätigkeiten sehen -> Klärung und Kommunikation der Vision, der Mission und der Ziele
  • Wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter:innen als unmotiviert erleben -> die volle Verantwortung als Führungskraft übernehmen.

Wenn es im Team nicht läuft, hat das stets auch mit der Führungskraft zu tun.

Der beschriebene Rahmen kann nach Bedarf beliebig erweitert werden. Fairness kann beispwielsweise mit Regeln verbunden werden, etwa gleiche Regeln für alle, oder mit der gleichmäßigen Verteilung der Aufgaben.

Hast Du Lust bekommen, Deine Führungsaufgaben stärker wahrzunhemen? Das Impuls-Seminar „werteorientierte Führung“ bestärkt Dich darin, melde Dich gleich an.

Hast Du Fragen? Gerne stehe ich Dir Rede und Antwort. Claudia Schulz 01717882546.