Als Chefin und Kollegin von Männern anerkannt werden

Was können Sie als Frau tun, wenn Sie den Eindruck haben, Ihre Kollegen und Vorgesetzten schaffen eine unangenehme Arbeitsatmosphäre, sehen Sie als Konkurrenz an oder sind neidisch auf Sie? 

Das Thema Frauenquote befeuert die Debatte um Frauen in Führungspositionen.  Befürworter der Quote fordern, Unternehmen müssten ihre Mitarbeiterinnen fördern und Männer sollten umdenken.  Die Wochenzeitschrift Die ZEIT hat unter dem Titel „Frau. Vorstand. Abgehängt“  die aktuelle Situation in den 30 größten Dax-Konzernen Deutschlands abgebildet. Von 2012 und bis Mitte 2014 hätten insgesamt 17 Frauen Vorstandsposten inne gehabt. Sieben von ihnen hätten den Posten bereits wieder verlassen. Keine dieser Top-Frauen war laut ZEIT zu einem Gespräch über die Hintergründe bereit.

Frauen in männderdominierten Branchen

Ob Dax-Konzern oder mittelständisches Unternehmen, Frauen, die in männerdominierten Bereichen Führung übernehmen, stehen vor besonderen Herausforderungen.  Die unterschiedliche Kommunikation von Frauen und Männern ist eine wesentliche davon. Es gibt zahlreiche Ratgeber, wie Frauen sich ein „männliches“ Verhalten aneignen, um in der Männerwelt zu bestehen. Die „Eiserne Lady“ Margret Thatcher gilt als Paradebeispiel hierfür.  Ich persönlich halte aufgrund meiner beruflichen Erfahrung nicht viel davon. Es mag vereinzelt Frauen geben, denen es liegt, derart aufzutreten. Die meisten Frauen tun sich damit jedoch schwer. Eine meiner Kundinnen hat in einem weltweit führenden Konzern 30 Jahre lang Männerteams geleitet und hatte ein nach außen hart wirkendes Auftreten. Noch vor ihrer Rente musste sie aus gesundheitlichen Gründen aus dem Konzern ausscheiden. Bei der Arbeit mit meinen Pferden hat sich gezeigt, dass sie sich quasi von ihren Gefühlen abgeschnitten hatte und nahezu mechanisch ihre Aufgaben ausgeführt hat. Damit war sie sehr erfolgreich, doch um einen hohen Preis. Sie hat sich den Erfolg mit ungeheurem Kraftaufwand erarbeitet, und irgendwann hat ihr Körper hat nicht mehr mitgespielt.

Wenn es erfolgversprechend wäre, Kommunikationsmuster zu imitieren, die vorwiegend Männern zugeschrieben werden, wären Frauen meines Erachtens auf dem Weg der beruflichen Emanzipation weiter voran geschritten. Wie der Gender Pay Gap zeigt, gibt es hier jedoch noch einiges zu tun. Frauen können es leichter haben, Führungsaufgaben zu übernehmen. Ich habe eine Kundin trainiert, die eine neue Stelle in einem Konzern mit mehr als 20.000 Mitarbeiter-innen angetreten hat. Sie kam in ein direkt dem Vorstand unterstelltem Team mit männlichen Kollegen. Meine Kundin hatte schnell den Eindruck, dass einer der Kollegen in ihr eine Konkurrentin gesehen hat und die Spannungen gewachsen sind.  Sechs Monate später hat meine Kundin die Probezeit absolviert und ist vom Unternehmen übernommen worden. Sie und der besagte Kollege hatten ihre Zuständigkeitsbereiche modifiziert und jener Kollege hatte meiner Kundin kurz vor ihrer Übernahme in einer ruhigen Minute mitgeteilt, dass er sehr froh darüber sei, dass sie die Stelle angetreten habe. Sie sei eine große Bereicherung für das Team.  Das ist doch ein Wort! Vor allem nach dem mühsamen Start. Wie war das möglich?

Die Perspektive wechseln

Wenn ich mir als Frau wünsche, dass sich Männer mir gegenüber anders verhalten, erhöhe ich die Chance, dieses Ziel zu erreichen, wenn ich mich anders zu verhalten. Es ist ein Naturgesetz. Will ich ernten, muss ich säen (Brian Tracy), und ich muss säen, bevor ich ernten kann.  Das ist in der Tat unbequem. Einfacher ist es, andere für die eigenen Lebensumstände verantwortlich zu machen. Aber wenn Frauen andere Ergebnisse als bisher erzielen möchten, gilt es umzudenken. Wie bei einem Mobile wird sich alles in Bewegung setzen, sobald sich nur ein Teilchen in Bewegung gesetzt hat. An dieser Stelle bauen sich in meinen Trainings regelmäßig enorme Widerstände bei den Frauen auf. Das ändert nichts daran. Wer es als Frau unter Männern leichter haben möchte, diszipliniert sich, eine wohlwollende Haltung gegenüber Chefs, Kollegen und Mitarbeitern einzunehmen.

Männer spüren eine kritische Haltung

Männer reagieren mehrheitlich sensibel auf die innere Haltung von Frauen. Sie spüren die Kritik, selbst wenn sie nicht ausgesprochen wird oder hinter ihrem Rücken artikuliert wird. Die Reaktion der meisten Männer sei vergleichbar mit der von Fußballspielern. Egal wer das gegnerische Trikot anhabe, er werde bekämpft (Heike Hoch).  Wenn ich als Frau an einem Kollegen oder an einem Mitarbeiter in meinem Team Kritik übe, sei es im Stillen oder verbal artikuliert, ist es, als streife ich mir das gegnerische Trikot über. In diesem Modus haben es Frauen meist schwerer sich zu behaupten als Männer, die den spielerischen Konkurrenzkampf von klein auf an geübt haben, wie mir zahlreiche Mütter von Söhnen bestätigt haben, und im Ernstfall abrufen können.

Das war das Erfolgsrezept meiner Kundin. Sie hat die Perspektive gewechselt: von einem „Kampfmodus“ in eine wertschätzende Haltung.  In der „Konkurrenzphase“ konnte ich meiner Kundin die Augen dafür öffnen, dass sie sich darauf konzentriert hat, was ihr Kollege nicht geleistet hat oder nicht leisten konnte. Die Arbeit mit meinen Kunden und Pferden zeigt immer wieder,  dass Männer es spüren, wenn Frauen sie für inkompetent halten, so leise diese Haltung auch sein mag, und entsprechend empfindlich darauf reagieren. In dem Coaching hat sich meine Kundin darauf konzentriert, die Stärken des besagten Kollegen herauszuarbeiten und diese mit ihren Schwächen abzugleichen. Wer die Perspektive wechselt, findet relativ mühelos selbst bei bislang kritisch betrachteten Kollegen Kompetenzen, die komplementär zu den eigenen sind. Heute widmen sich meine Kundin und ihre Kollegen vermehrt den Tätigkeiten, die ihnen jeweils liegen.

Das könnte auch Ihre Erfolgsgeschichte sein. Ein großes Hindernis bei den meisten Frauen, die mit Männern kämpfen, ist  anzuerkennen, dass ihre Haltunge gegenüber Männern nicht so wohlwollend ist, wie sie sein könnte. Die gute Nachricht dabei ist: Sie haben es in der Hand. Sie können es jederzeit ändern.

Einladung zum Training

Das Training „Als Chefin und Kollegin von Männern anerkannt werden“ hilft Ihnen dabei. Nur der Anfang ist schwer. Dann wird es immer leichter.

Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie mich gerne an. Am besten erreichen Sie mich mobil unter 01717882546

Claudia Schulz, Inhaberin von Ereignis Coaching.

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